Burgen und Schlösser des Garda Veneto

Sie zählen zu den größten Attraktionen am venetischen Ufer des Gardasees und dessen Hinterland.

Sie zählen zu den größten Attraktionen am venetischen Ufer des Gardasees und dessen Hinterland. Wegen ihrer historischen, märchenhaften Atmosphäre werden sie oft und gerne als Film-Sets genutzt oder als Traum-Location für große Events und Festlichkeiten.
Ja, in den Burgen von Malcesine und Torri del Benaco kann man sogar heiraten! Und für eine unvergessliche Hochzeit in derart privilegiertem Rahmen entscheiden sich nicht nur Paare aus Italien, sondern immer mehr auch aus der ganzen Welt!

Scaliger-Burg von Malcesine
Das Wahrzeichen von Malcesine ist seit 1902 auch „Nationaldenkmal“. Die ursprünglich von den Langobarden erbaute und nach langem Hin und Her von den Scaligern neu errichtete Burg beheimatet heute unter anderem das Naturgeschichtliche Museum Monte Baldo und Gardasee, die Sala delle Galee sowie die einst von den Österreichern errichtete Pulverkammer, die heute Johann-Wolfgang von Goethe gewidmet ist. Gezeigt werden in der Pulverkammer Zeichnungen, die der deutsche Schriftsteller während seiner Italienreise angefertigt hat. Auf keinen Fall versäumen sollte man auch das grandiose Panorama vom Balkon hoch über dem Wasser (genau 24 m über dem See) sowie den Turm (Bergfried), der den Gardasee aus 70 m Höhe dominiert.

Scaliger-Burg von Torri del Benaco
Ursprünglich eine römische Befestigungsanlage aus dem 1. Jh. v. Chr. Im 10. Jh. machte dann König Berengar von Italien eine echte Burg daraus, die später ständig den Besitzer wechselte: Scaliger, die Visconti und schließlich die Republik von Venedig gaben sich gewissermaßen die Klinke in die Hand. Unter Venedig begann der langsame Niedergang, zunächst mit dem Abriss der Außenmauer zugunsten einer Orangerie, die 1760 errichtet wurde und heute noch steht. Die Burg beherbergt heute ein Museum mit Exponaten zur handwerklich-industriellen Vergangenheit von Torri del Benaco.

Scaliger-Burg von Lazise
Gegen Ende des 10. Jh. n. Chr. wurde mit dem Bau der Burg und der Burgmauer begonnen, einem Verteidigungssystem, das später von den Scaligern, den Visonti und schließlich der Republik von Venedig stetig erweitert wurde. Unter venezianischer Herrschaft erhielt Lazise große strategische Bedeutung für die Beherrschung des gesamten Gardasees. Ende des 18. Jh. wandelten die Franzosen die Burg in eine Salpeterfabrik um. Damit nicht genug: Die Österreicher verkauften die Anlage an einen Privatmann, der sie als „Steinbruch“ für Baumaterial nutzte! Gegen Ende des 19. Jh. erwarb schließlich Familie Buri die Burg; ihr gebührt das Verdienst der Restauration. Der Teil der Burg, der heute besichtigt werden kann, verläuft sowie innen als auch außen entlang der Burgmauer, die noch heute hervorragend erhalten ist.

Scaliger-Burg von Valeggio sul Mincio
Im Sommer reisen die Menschen von weit her an, um hier Open-Air-Kino und andere Events zu genießen. Doch interessant und reizvoll ist diese Burg aus dem 14. Jh. das ganze Jahr über. Von den drei Zugbrücken, über die man früher ins Innere gelangte, ist leider nur mehr eine erhalten. Der älteste Flügel der Anlage wurde beim Erdbeben von 1117 fast vollständig zerstört, doch der hufeisenförmige Turm Torre Tonda aus dem 10. Jh. steht immer noch.

Burg von Castelnuovo del Garda
Im Unterschied zu den anderen Burgen wurde dieses Schloss nicht von den Scaligern, sondern von den Visconti erbaut. Giangaleazzo Visconti ließ, nachdem er die Scaliger besiegt hatte und um die Kontrolle über Verona zu gewinnen, im Jahr 1387 rasch die Befestigung von Castelnuovo, die Cittadella von Verona und die Brücke von Borghetto bei Valeggio sul Mincio errichten. Letztere trägt seither den Namen Visconti-Brücke; auf ihr wird jedes Jahr anlässlich der „Festa del Nodo d’Amore“ zu Ehren der Tortellini von Valeggio spektakulär ein endlos langer Tisch unter freiem Himmel gedeckt. Das Schloss selbst wird von zwei Mauerringen eingefasst. Den Mittelpunkt des zweiten bildet der eindrucksvolle Visconti-Turm.