Die Museen des Garda Veneto und seines Hinterlands

Die Museen des Garda Veneto und seines Hinterlands lohnen auf jeden Fall einen Besuch und sind eine echte Alternative zu den unzähligen Attraktionen

Interessantes und Spannendes für wirklich jeden Geschmack: Die Museen des Garda Veneto und seines Hinterlands lohnen auf jeden Fall einen Besuch und sind eine echte Alternative zu den unzähligen Attraktionen, die der See im Sommer zu bieten hat. Hier kann man jede Menge erleben – zum Beispiel, wenn das Wetter mal nicht ganz so perfekt sein sollte.

Das Angebot ist äußerst vielfältig und reicht vom Themen wie Essen und Trinken (etwa im Weinmuseum von Bardolino oder im Olivenöl-Museum von Cisano) bis hin zu Geschichte und Völkerkunde. Wieder andere Museen widmen sich dem Leben am See (so das See-Museum in Cassone, einem Ortsteil von Malcesine). Außerdem gibt es einzigartige Sammlungen wie das Museo Nicolis in Villafranca di Verona.
Dürfen wir Ihnen ein paar davon vorstellen? Bitte sehr!

Museo dell’Olio/ Olivenölmuseum (Cisano di Bardolino)
Mit Leidenschaft und Hingabe betreuen die beiden Besitzer, Flavio Turri und seine Frau Liliana, höchstpersönlich diese kleine, sehr gepflegte Museum, das in ganz Europa bekannt ist und jedes Jahr 50.000 Besucher anzieht. Gezeigt werden unterschiedliche Verarbeitungsweisen der Oliven und die Maschinen, die in vergangenen Jahrhunderten dazu benutzt wurden. Zu sehen sind auch rare Einzelstücke aus ganz Europa, wie etwa die mächtige Hebelpresse aus Eichenholz. Keinesfalls sollte man aber auch die Olivenöl-Degustation im Shop gleich neben dem Museum versäumen! 

Museo del Vino/ Weinmuseum (Bardolino)
Dieses Museum ist Frucht der Weinbautradition einer der wichtigsten und ältesten Kellereien der Region, des Weinguts Zeni. Bei einem Rundgang kann man die in verschiedenen historischen Epochen zur Lese und zum Keltern benutzten Geräte und Maschinen besichtigen. Zum Museum gehören auch ein Verkaufsraum, ein Degustations-Bereich sowie (nicht versäumen!) die charakteristische „Bottaia“, wo in kühlem Ambiente Weinfässer in allen Größen lagern – in das größte passen 15.000 Liter! Hier lagern diejenige Weine, die im Fass reifen, wie etwa der berühmte Amarone, der mindestens zwei Jahre „im Holz“ bleiben muss.  

Il Museo del Lago di Garda/ Gardasee-Museum (Palazzetto delle Esposizioni, Garda)
Der Hauptfokus dieses zweistöckigen Museums liegt auf Exponaten, die Sitten und Gebräuche in der Gardasee-Gegend illustrieren. Im ersten Stock dreht sich alles um die Themen Landwirtschaft, Handwerk, Viehzucht und Bergbau, während im zweiten Stock die Fischerei im Mittelpunkt steht, mit interessanten Netzen, Angeln und Harpunen.

Il Museo del Lago/ See-Museum (Hafen von Cassone, Ortsteil von Malcesine)
Ein echtes Museumsjuwel – vor allem für Gäste mit Kindern. In einem großen Aquarium können sie die Mairenken („alborelle“) schwimmen sehen, die berühmten Gardaseefische, die eine so wichtige Rolle in vielen traditionellen Rezepten spielen, inzwischen aber fast nirgendwo mehr zu bekommen sind. Auch zahlreiche Fangnetze, Angelhaken und präparierte Fische sind ausgestellt. Besonders interessant sind die Fotos aus alten Zeiten, an denen man gut erkennen kann, wie sich die Landschaft sowie die Techniken der Fischer verändert haben. Zwei Teiche mit Süßwasserfischen im Außenbereich erinnern zudem an die frühere Nutzung des Gebäudes für die Fischzucht. 

Museo Etnografico/ Volkskundliches Museum (Castelletto di Brenzone)
Die perfekte Adresse für alle, die etwas darüber erfahren möchten, wie hier die Menschen zwischen Ende 19. und Anfang 20. Jh. lebten. Das Museum befindet sich in der Altstadt von Castelletto und stellt ein typisches Wohnhaus aus dieser Epoche nach. Zu sehen sind u.a. Original-Exponate aus den Bereichen Fischerei, Seidenraupenzucht und anderen typischen Beschäftigungen in der Gegend.

Museum Sisàn für Vogel-, Fischerei- und Jagdgeschichte am Gardasee (Cisano di Bardolino)
Das Museum wird vom Verein „Sagra degli Osei“ betrieben, der auch den gleichnamigen Lockvogel-Jahrmarkt durchführt: Die „Sagra degli Osei“, bei der sich alles um die bei der Jagd verwendeten Lockvögel dreht, gehört zu den ältesten ihrer Art in Italien und ist mit Sicherheit die älteste in Venetien. Bereits seit dem Jahr 1840 findet er jeden 8. September in Cisano statt. Das Museum selbst konzentriert sich auf Ornithologisches und auf die traditionellen Sitten und Gebräuche am unteren Gardasee im Bereich Fischerei und Landwirtschaft.

Il Museo della pesca e della tradizione/ Fischerei- und Traditionsmuseum (Peschiera del Garda)
Interessieren Sie sich für das Leben, die Geschichte und Arbeitsweise der Fischer? Dann sollte dieses im Radetzky-Saal der Artillerie-Kaserne von Porto Verona untergebrachte Museum besuchen. Zu den interessantesten Ausstellungsstücken zählen die typischen Boote, wie sie früher in Peschiera eingesetzt wurden – im Stehen wurde mit zwei Paddeln gerudert! Bestaunen kann man sowohl einen Gondolin (für das Fischen mit Netz und Harpunen) als auch eine Anguilara mit flachem Boden, die auch das Fahren durch Schilf und in Kanälen ermöglichte. Die Anguilara wurde nicht nur zum Aalfang, sondern auch als Arbeitsboot eingesetzt.

Il Museo del Castello/ Schlossmuseum von Torri del Benaco
Mehrere Säle der Scaliger-Burg am Seeufer von Torri del Benaco beherbergen dieses Museum. In der Sala dei Calafati etwa dreht sich alles um die Arbeit der Handwerker, die Fischerboote mit Pech und Teer abdichteten. Andere Säle wiederum zeigen interessante Exponate zu Themen wie Olivenölherstellung und Fischerei. Auch eine Abteilung zum Thema Felszeichnungen gibt es, denn im Gebiet von Torri del Benaco verewigten sich auf den von Gletschern flachgeschliffenen Felsplatten schon in uralten Zeiten Hirten und Jäger auf der Durchreise. Eindrucksvoll ist aber auch die Orangerie, wo von Ende November an Zitruspflanzen durch Glasfenster und Holzplatten geschützt und zum Frühlingsbeginn wieder „freigelegt“ werden.

Il Museo di Storia Naturale/ Naturgeschichtliches Museum Monte Baldo und Gardasee (Kaserne der Scaliger-Burg von Malcesine)
Vollständig renoviert, präsentiert sich das Museum in neuen Sälen auf zwei Stockwerken. Im Untergeschoss fühlt sich der Besucher dank entsprechender Inszenierung, als stünde er auf dem Boden des Gardasees und kann dort den geologischen Aufbau, Flora und Fauna bestaunen. Die gesamte erste Etage ist dagegen dem Monte Baldo gewidmet; thematisiert werden seine einzigartige Vegetation und die unterschiedlichen Tierarten, die je nach Höhenlage dort heimisch sind und die als Präparate ausgestellt sind.

Il Museo Napoleonico/ Napoleon-Museum (Rivoli Veronese)
Den napoleonischen Einfluss auf die Geschichte Italiens untersucht dieses Museum. Eine Abteilung widmet sich ganz dem legendären Sieg über die Österreicher während Napoleons Norditalien-Feldzug – die Schlacht bei Rivoli im Jahr 1797. Drucke und Waffen, handschriftliche Dokumente und Gemälde, Raritäten und zahlreiche Gegenstände aus dem Besitz von Francesco Galanti, Kapitän des Schiffs, das Napoleon ins Exil nach Elba brachte, werden ergänzt durch einige Kopien von Dokumenten, die im Original in den Kriegsmuseen von Wien und Paris ausgestellt sind.

Il Museo Paleontologico/ Paläontologisches Museum Fedrigo (Sona)
Sämtliche Exponate dieses Museums sind in der Gemeindebibliothek ausgestellt und wurden der Gemeinde vom Fossiliensammler Attilio Fedrigo gestiftet. Zu den Highlights der Sammlung gehören Trilobiten, Ammoniten, Überreste von Elefanten und anderen vorzeitlichen Säugetieren aus Italien und dem Ausland. Der abgedeckte Zeitraum reicht vom Paläozoikum bis hin zu den vergangenen Jahrtausenden.

Il Museo Nicolis dell’Auto, della Tecnica e della Meccanica/ Auto-, Technik- und Mechanik-Museum Nicolis (Villafranca di Verona)
Bei Führungen oder im Rahmen didaktischer Rundgänge erfährt man hier jede Menge über die Entwicklung der Technologie. Und das sind nur einige der Highlights in diesem Museum mit seiner bemerkenswerten Sammlung von Einzelstücken aus den Bereichen Automobile, Fahrräder, Motorräder, Flugzeuge, Musikinstrumente, Fotoapparate, Schreibmaschinen und Motoren. Besonders sehenswert: 200 Oldtimer und 100 Formel-Eins-Lenkräder!