Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen – Garda Veneto

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen – Garda Veneto

Von den insgesamt 19 Ausgrabungsstätten aus der Zeit zwischen 5.000 und 500 v. Chr., die nach 2011 zum UNESCO-Welterbe der Menschheit erklärt wurden, befinden sich mehrere in Verona. Einige gehören zur Provinz Padua, andere zur Provinz Verona.

Die Stätten im Gebiet von Verona tragen jeweils den Namen der Ortschaft, in der sie liegen – Belvedere (Peschiera del Garda), Frassino (ebenfalls Peschiera del Garda) und Tombola (Cerea). Pfahlbau-Siedlungen sind jedoch in der gesamten Gardasee-Region präsent. Teils handelt es sich um bereits ausgegraben, teils um zerstörte bzw. noch nicht ausgegrabene Stätten. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutete sich an, dass das Seeufer in der Provinz Verona noch einige archäologische Überraschungen bereithalten würde, wie sich z.B. im Fall der Siedlung von Cisano (einem Ortsteil von Bardolino) zeigte: Dort hatte es schon in den 20er Jahren Hinweise auf einen Pfahlbau im See gegeben. Leider jedoch wurde dieser beim Aushub für den neuen Hafen teilweise zerstört. Doch als im Jahr 1986 der unbeschädigte Part ausgegraben wurde, kamen mehr als 500 Pfähle zum Vorschein!

Bei Pfahlbauten handelt es sich um einzigartige Zeitzeugen antiker Zivilisationen, die zwischen Jungstein- und Bronzezeit in den Alpen siedelten. Selbst wenn von den aus Holz und Reet errichteten Bauten, die auf Pfählen saßen, welche in Fluss-, See-, Sumpf- und mitunter auch trockenen Boden gerammt worden waren, kaum noch unmittelbar Sichtbares erhalten ist: Bedeutsam sind diese Stätten allemal für Experten, die hier reichlich Wissen über Alltag sowie Landwirtschaft und Viehzucht gewissen können, die wichtigsten Betätigungen der Steinzeitmenschen. (Fundstücke wie Werkzeuge und Geschirr sind im Museum für Naturgeschichte in Verona ausgestellt.)