Süßes vom Garda Veneto

Süßes vom Garda Veneto

Torta delle Rose (Rosenkuchen)
Der Rosenkuchen ist ein echter Klassiker in unserer Region und speziell in Valeggio sul Mincio zuhause, wo er der Sage nach erfunden wurde. Der Teig ist ganz einfach, muss aber mehrere Stunden gehen, weshalb die Zubereitung viel Zeit erfordert. Früher betrachtete man ihn eher als eine Art Brot, das mit Eiern, Hefe, Butter und Zucker üppig angereichert war. Nach sechsstündiger Gehzeit walkt man den Teig mit dem Nudelholz aus, rollt ihn zusammen, schneidet die Rolle in Stücke und setzt sie in der Kuchenform so zusammen, dass sich die typische Rosenform ergibt. Schmeckt zu jeder Jahreszeit!

Süßes mit Pfirsichen
Auch Pfirsiche werden gern zum Dessert gereicht, vor allem im Hinterland des Garda Veneto und speziell im Gebiet von Sona, Bussolengo und Valeggio sul Mincio. Man isst sie als Kompott oder gefüllt mit Amaretti-Keksen und Kakao. Auch für köstliche flache Obstkuchen eignen sie sich bestens – und für exzellentes Eis! Doch auch direkt am Seeufer weiß man mit Pfirsichen Verlockendes anzufangen; in den besten Restaurants von Bardolino etwa sind sie das Geheimnis leckerer Nachspeisen wie etwa des Pfirsich-Amaretto-Strudels!

Typische Süßspeisen aus Vergangenheit und Gegenwart
Natürlich gibt es auch traditionsreiche Spezialitäten wie den Nadalìn, das Dolce di Valeggio oder den Fogassìn ( oder Fugassìn) sowie die neuesten Kreationen einfallsreicher Konditoren wie den Bacio di San Valentino aus Bussolengo oder den Tortellino di Cioccolato aus Valeggio sul Mincio.

Letzterer wurde im Jahr 2008 von Luigi erfunden, der gemeinsam mit seiner Frau Annamaria eine der alteingesessenen Konditoreien in Valeggio sul Mincio betreibt und bereits in vierter Generation Konditor ist. Die Hülle dieser Köstlichkeit besteht aus Schokolade, in die Glukose, Zucker und Wasser gearbeitet wird. Gefüllt wird sie entweder mit Waffeln und Haselnüssen oder mit Waffeln und Zartbitterschokolade. Wie die „richtigen“ Tortellini wird auch die süße Variante ausschließlich von Hand geformt.

Noch jüngeren Datums ist der Bacio di San Valentino (Sankt-Valentins-Kuss), der von den Konditoren aus Bussolengo zu Ehren des lokalen Schutzpatrons kreiert wurde. Es handelt sich um eine Neuinterpretation eines klassischen „Brutto Buono“ genannten Mandelgebäcks der Region. Für den Sankt-Valentins-Kuss kommen statt Mandeln jedoch gemahlene Haselnüsse, Eiweiß, ganze Haselnüsse, Zucker, Vanille und Strega-Kräuterlikör in den Teig.

Aus alten Zeiten dagegen stammt das Dolce di Valeggio, das heute allerdings nur noch auf Vorbestellung in klassischen Konditoreien hergestellt wird. Es besteht im Wesentlichen aus Buttercreme (mit Vanille- oder Schokoladegeschmack), Biskuitteig und einem Überzug aus dunkler Schokolade.

Weit in der Vergangenheit liegen auch die Ursprünge des Fogassìn oder Fugassìn, einem typischen Veroneser Gebäck, dessen Name je nach Ort variiert. Dabei handelt es sich um einfaches, fladenartiges Gebäck bäuerlicher Tradition, das aus Mehl, Zucker, Zitronenschale und Weißwein (oder Milch) besteht und auf dem Grill gebacken wird. In manchen Restaurants bekommt man es heute noch zum Kaffee.

Das klassische Weihnachtsgebäck schließlich ist der sternförmige Nadalìn, der einst von jeder Hausfrau selbst zubereitet wurde und irgendwann zum „Vorfahr“ des Pandoro wurde, des klassischen italienischen Weihnachtskuchens. Auch hier reichen ein paar wenige, gute Zutaten: Mehl, Butter und Eier!

Sanvigilini
Diese Mürbteigkekse mit Rosinen werden gerne zu Kaffee oder Likör gereicht und wurden – wie der Name schon anklingen lässt – in Punta San Vigilio erfunden, und zwar in dem legendären Gasthaus, das bis in die Sechziger Jahre von Leonard Walsh geführt wurde. Dieser ließ die Kekse erstmals angesichts des Besuchs von Winston Churchill backen, der hier unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als britischer Premierminister Station machte.

Dolci del Garda Veneto